Zielmärkte im Spotlight: Osec ICT Exportbühne!
Als Partner von SwissICT, dem mitgliederstärksten schweizerischen Verband der Informations- und Kommunikationstechnologie, war die Osec am diesjährigen Swiss ICT Forum vom 18. Oktober 2011 im KKL Luzern prominent mit der ICT Exportbühne vertreten.
Das Swiss ICT Forum ist zusammen mit der Verleihung der Swiss ICT Awards einer der Event-Highlights der Schweizer ICT-Branche. Mit der Einbettung der ICT Exportbühne in diesen Anlass mit landesweiter Ausstrahlung bekräftigt die Osec ihre Absicht, in Zukunft speziell auch im ICT-Bereich Schweizer KMU besseres Marktwissen zur Verfügung zu stellen. Dies steht in Einklang mit der Osec-Strategie der branchenspezifischen Exportförderung. Dabei wird das Export-Know-how der Osec mit dem Fachwissen der Branchenorganisationen kombiniert, was die Beratungsqualität signifikant anhebt.
Exportpotenzial unbestritten
Die Anfragen von ICT-Unternehmen an die Osec haben deutlich zugenommen. Eine Umfrage der kürzlich ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe ICTswitzerland international hat zudem ergeben, dass für KMU aus dem ICT-Bereich Informationen zu Zielmärkten ganz oben auf der Wunschliste figurieren. Darum standen die aktuellen Exportmarkttrends und die Präsentation der neuen Osec-Zielmarktstudien im Mittelpunkt der ICT Exportbühne. Es ist unbestritten, dass Schweizer ICT-Produkte im Ausland grosses Absatzpotenzial haben. Doch exportorientierte Firmen wollen konkret wissen, in welchen Technologie-Bereichen bzw. Branchen die grössten Chancen liegen und wie der Markteintritt zu schaffen ist bzw. welche Hürden zu nehmen sind.
Dichtes Programm, geballtes Zielmarktwissen
Das Programm der Osec ICT Exportbühne im KKL Luzern war geprägt von kurzen, dichten Vorträgen sowie Präsentationen der Zielmarktstudien und wurde mit einer Paneldiskussion und einem Best Practice Beispiel angereichert. Uwe Neumann, Analyst Global Research Sektor ICT bei der Credit Suisse, zeigte die übergeordneten ICT-Branchentrends auf. Die Stichworte dazu sind: Verlagerung vom festnetzbasierten zum mobilen Internetzugang; Kampf um die Zugriffspunkte; Branchenkonvergenz mit schärferer Konkurrenz in der ICT-Wertschöpfungskettte; Cloud Computing; «Consumerization» bzw. Primat der Mobilfunkwertschöpfungskette; Verschiebung der Nachfrage in die Schwellenländer.
Gerade aus Exportsicht besonders aufschlussreich war der Best Practice-Bericht. Michael Born, CFO der Dacuda AG, schilderte eindrücklich die Etappen des ETH-Spin-offs und Start-up-Unternehmens bei der Umsetzung einer inzwischen überaus erfolgreichen Internationalisierungsstrategie. Für die Erfinder der Slam Scan Technology – dabei handelt es sich unter anderem um eine Computermaus mit integriertem Scanner – konnte die Osec speziell in Asien wertvolle «Türöffner-» und Networking-Dienste bieten.
Insgesamt wurden drei Zielmarktstudien vorgestellt, die Aufschluss über die konkreten Chancen und Geschäftsmöglichkeiten in Deutschland, Österreich, Indien und den USA geben.
Deutschland und Österreich: Nahe, aber reife Märkte
Deutschland ist in Bezug auf das Umsatzvolumen Europas grösster ICT-Markt (ca. 20% des EU-Marktes). Weltweit steht Deutschland an vierter Stelle. Besagter Markt gilt wie der österreichische Markt als sehr dynamisch; nicht zuletzt, weil er laut der Studie einer rasanten Entwicklung unterworfen ist. Sowohl der deutsche als auch der österreichische Markt sind reif und tendenziell eher gesättigt. Die wichtigsten Markttrends und Marktpotenziale in Deutschland und Österreich sind Cloud Computing (Bereitstellung von IT-Dienstleistungen über das World Wide Web), Smart Grids und Green IT. Vor allem im Bereich Cloud Computing besteht laut der Osec-Studie ein grosses Umsatzwachstum. Für Schweizer Unternehmen sind der deutsche und der österreichische Markt auch in Bezug auf die tieferen Eintrittsbarrieren im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern attraktiv. Politische, soziale und wirtschaftliche Stabilität sowie Rechtssicherheit machen die beiden Zielmärkte zu bevorzugten Exportländern. Zudem erleichtern Sprache und Kultur den Markteintritt.
USA: ICT-Sektor mit hoher Dynamik
Die USA sind nach wie vor die massgeblichen Technologie-Trendsetter. Einer auf Jahre hinaus wirksamer Megatrend in den USA und weltweit ist das Cloud Computing, wodurch Virtualisierungsbestrebungen zusätzlich Auftrieb erhalten. Entsprechend wird auch die Nachfrage nach Sicherheits- und Management-Tools steigen, vermuten die Autoren der Länderstudie für die USA. Für exportierende Schweizer KMU bietet sich in den USA eine Reihe von interessanten Bereichen an, weil sie noch unterentwickelt bzw. nicht gesättigt sind und vergleichsweise wenig Mitbewerber aufweisen. Dabei handelt es sich um die Anwendungsfelder Financial, Logistik, Security und Smart-Grid, ferner Education, Mobility, Medical und eben Cloud Computing. Für einen erfolgreichen US-Markteintritt müssen einige Schlüsselfaktoren berücksichtigt werden: vertiefte Zielmarkt- bzw. Branchenabklärungen, Partnerschaften mit etablierten Firmen, Präsenz vor Ort, ferner eine solide Finanzierung sowie die Berücksichtigung von US-Vorschriften und der (Patent-)Schutz des geistigen Eigentums, schreiben die Autoren des in Luzern vorgestellten Osec-Berichts.
Indien: Vielversprechender BinnenmarktIm engeren Sinn die Gesamtheit aller Märkte einer Volkswirtschaft, auf denen Güter und Dienstleistungen für den inländischen Verbrauch gehandelt bzw. erbracht werden. Die Regeln, die im schweizerischen Binnenmarkt gelten, sind im Bundesgesetz über den Binnenmarkt (Binnenmarktgesetz, BGBM, SR 943.02) vom 6. Oktober 1995 festgehalten.
Ein Binnenmarkt muss jedoch in einem weiter gefassten Sinn nicht auf die Volkswirtschaft eines Landes beschränkt bleiben. So vereinigt der Europäische Binnenmarkt die Märkte der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Der Binnenmarkt der EU ist ein Raum ohne Binnengrenzen, in dem der freie Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital gewährleistet ist. Den einzelnen Mitgliedstaaten soll so u. a. die Möglichkeit genommen werden, mit Hilfe einer protektionistischen Aussenwirtschaftspolitik (z. B. durch Zölle oder technische Handelshemmnisse) Importgüter zum Schutz der inländischen Wirtschaft und ihrer Produkte zu verteuern. Entscheidend für die Verwirklichung des Europäischen Binnenmarktes waren ein 1985 in einem Weissbuch vorgelegtes Rechtssetzungsprogramm der Europäischen Kommission und die Einheitliche Europäische Akte von 1986, mit der die Gründungsverträge der EU ergänzt und erweitert wurden.
Mit dem Vertrag über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) wurde das Binnenmarktrecht der EU 19 auf die EFTA-Staaten Liechtenstein, Norwegen und Island ausgedehnt. Die Schweiz, ebenfalls Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), lehnte den Beitritt zum EWR 1992 in einer Volksabstimmung ab.
Indiens ICT-Industrie sorgte in den vergangenen zwei Jahrzehnten für die grösste Erfolgsstory innerhalb der indischen Wirtschaft. Bisher lag der Fokus auf Services für Exportmärkte, doch nun eröffnet auch der Binnenmarkt zunehmend Absatzchancen. Dies ist laut der Länderstudie Indien auf die hohe Durchdringung mit Mobile Devices und auf eine wachsende urbane Mittelschicht sowie auf die Notwendigkeit zur Steigerung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit zurückzuführen. Der nach wie vor schnell wachsende ICT-Sektor (internationales Handelsvolumen 2010: USD 73 Mrd.) bietet Schweizer KMU besonders in nachfolgenden Bereichen, bzw. Schlüsselindustrien viel Potenzial: Animation und Gaming, Automation, Bioinformatik, E-Governance, Finanz- und Gesundheitswesen sowie die (Auto-/Elektro-)Industrie. Der Schlüssel zum Erfolg sowohl für die Entwicklung von international exportfähigen Produkten und Services wie auch für die Erschliessung des Binnenmarkts liegt in Kooperationen und Partnerschaften, mutmassen die Autoren.
Mitautorin Purnima Khandelwal, Director InI Consulting Ltd., antwortete auf die Frage nach Pricing-Bedenken im indischen Markt: «Wenn ein Schweizer KMU etwas anbietet, das wirklich gefragt ist beziehungsweise nicht von einem indischen Anbieter zu haben ist, dann können auch entsprechende Preise verlangt werden. Das betrifft in der Regel Nischenanbieter. Anders sieht es natürlich mit dem Massenmarkt aus. Da müssen natürlich marktkompatible Preise festgelegt werden.»
Im Anschluss an die ICT Exportbühne hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, an den Expertentalks oder am CTI Enterpreneurs’ Roundtable des Swiss ICT Forums teilzunehmen. Am frühen Abend wurden dann die Gewinner der Swiss ICT Awards 2011 gekürt. In der Kategorie Champion gewann Noser Engineering, in der Sparte Newcomer holte sich Joiz den ersten Platz.
Wenn Sie die Osec Exportbühne verpasst haben, können Sie die vier Osec ICT Studien für 170 CHF bestellen.
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