Schweizer Aussenhandel 2011: Starker Franken schwächt Export

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Der Schweizer Aussenhandel hat im vergangenen Jahr unter dem negativen Einfluss des starken Frankens und einer schwächelnden Weltwirtschaft deutlich an Wachstumskraft eingebüsst.

Die Exporte nahmen im Jahr 2011 nur noch um bescheidene  2,1% auf CHF 197,6 Mrd. zu (real: +8,1%). CHF 8 Mrd. weniger als im Rekordjahr 2008. Das Jahr 2011 begann für die Schweizer Exportindustrie zwar recht gut (1. Quartal 2011: +5,7%). Danach jedoch liess das Wachstum mit jedem Quartal mehr nach. Im dritten resultierte gar ein Minus von 0,9%. Positiv stimmt, dass die Ausfuhren im letzten Quartal den Abwärtstrend stoppen konnten und mit einem Plus von 1,2% schlossen. Neben der Wachstumsverlangsamung mussten die Schweizer Exporte im vergangenen Jahr auch einen schmerzhaften Preisabschlag von 5,5% in Kauf nehmen.

Die Importe gingen 2011 um 0,1% auf CHF 173,7 Mrd. zurück. Lediglich im ersten Quartal verzeichneten die Einfuhren ein Wachstum im Plusbereich (+6,8%). Danach schrumpften sie zusehends. Im 4. Quartal liessen sie am stärksten nach (-3,7%). Die Preise für Importgüter sanken 2011 um durchschnittlich 2,0%.

In der Handelsbilanz resultierte unterm Strich ein Rekordüberschuss von CHF 24 Mrd.

Vier der zehn wichtigsten Schweizer Exportbranchen wiesen 2011 im Auslandgeschäft positive Wachstumszahlen aus. Spitzenreiterin war mit grossem Abstand die Uhrenindustrie (+19,3%), gefolgt von der Metallindustrie (+2,2%, der Maschinen- und Elektronikindustrie (+1,2%) und der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (+0,6%). Bei allen anderen gingen die Verkäufe im Ausland zurück. Am deutlichsten in der Textilindustrie (-6,5%) und in der Papier- und Grafischen Industrie (-12,5%).

In den meisten Warengruppen war 2011 ein Rückgang der Exporte zu verzeichnen. Umso mehr stachen die positiven Ausnahmen hervor. Deutlich zugenommen hat zum Beispiel die Nachfrage nach Schienenfahrzeugen (+42,0), Metallbearbeitungsmaschinen (+21,6%), Bijouterie und Juwelierwaren (+21,4%), Uhren (+19,3%),  Kaffee (+19,0%), Luft- und Raumfahrzeuge (+16,4%) und Textilmaschinen (+12,1%).

Asien hat seine Stellung als wichtigster Wachstumsmarkt der Schweizer Exportindustrie auch im letzten Jahr bestätigt (+9,6%). In Europa ging die Nachfrage nach Schweizer Produkten um 0,2% zurück. Rückläufig war der Absatz auch in Afrika (-4,7%). In Nord- und Lateinamerika stagnierte er weitgehend (+2,2% resp. +1,1%).

Ausserordentliche Wachstumsresultate erzielte die Schweizer Exportindustrie in Kasachstan (+56,8%), Aserbaidschan (+47,4%), Irland (+34,8%), in den Vereinigten Arabischen Emiraten (+26,1%), in der Ukraine (+21,8%), in China (+19,2%), Hong Kong (+18,8%) und Indien (+15,2%).

Mehr als zufrieden stellend verlief auch das Exportgeschäft mit Deutschland (+5,5%), Belgien (+9,5%), Russland (+12,8%), Norwegen (+14,5%), Taiwan (+14,3%) und Malaysia (+12,2%). Auch in den USA nahm die Nachfrage nach Schweizer Produkten zu, wenn auch nur in  beschiedenem Umfang (+2,4%), womit sie gleichsam explarisch für die Wachstumsentwicklung der Schweizer Exporte im Jahr 2011 stand.

 

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