Osec-Kurzanalyse: Japan – Cleantech-Land par excellence
Japan hat ein Faible für Cleantech – und für Schweizer Spitzentechnologie, die sich im Land der aufgehenden Sonne nach der Energiewende noch bessere Chancen ausrechnen darf.
Die japanische Wirtschaft ist bereits seit langem in vielen Green- und Cleantech-Sektoren Vorreiter. Das Thema der Treibhausgase (CO2-Emissionen) wird in der Industrie sehr ernst genommen. Auch im Bereich der Umweltbuchhaltung sind japanische Forschungsansätze führend: Die Unternehmen im Land der aufgehenden Sonne sind sehr empfänglich für die Idee, ihre Stoff- und Energieflüsse buchhalterisch zu messen und zu optimieren. Es ist daher naheliegend, dass CO2-Kompensation ebenfalls ein Thema ist. Der ETH-Spin-off myclimate hat sich denn auch aufgrund der stark wachsenden Nachfrage in Japan entschieden, in Kooperation mit einem lokalen Partner myclimate Japan zu gründen.
Schweizer KMU aus dem Cleantech-Bereich sind seit langen Jahren in Japan erfolgreich tätig. Dies meist unterhalb des Radars der schweizerischen Medien und Öffentlichkeit. So hat es zum Beispiel ein im Bereich Biomassefeuerung tätiges Schweizer KMU geschafft, innerhalb von zehn Jahren in Japan mehr als 100 grössere Boilerinstallationen (Warmwasser, Heizung, Kühlung) mit einer Gesamtleistung von fast 30 MW zu verkaufen. Und ein KMU aus dem Bereich Recycling hat kürzlich ein weiteres Werk im Norden Japans in Betrieb genommen.
Schweizer Unternehmen, die upstream-Komponenten für die grossen japanischen Produzenten liefern, gibt es Dutzende. Die Dreifachkatastrophe von vergangenem März hat die Energielandschaft in Japan stark verändert. Von den 54 Atommeilern laufen im Moment nur noch elf. Die entstandene Stromlücke wird vor allem durch eine massive Produktionsausweitung in den Gaskraftwerken gedeckt. Dadurch ist aber auch der Marktpreis für LNG (Liquified Natural Gas) seit dem Erdbeben um 80% gestiegen. Umso attraktiver wird nun die Produktion erneuerbarer Energien.
Schweizer Cleantech-Unternehmen werden sich in den nächsten Jahren im japanischen Markt grosse Chancen eröffnen. Die Früchte hängen zwar hoch, da eine gut positionierte in- und ausländische Konkurrenz ebenfalls in den Startpflöcken steht. Aber Schweizer Spitzentechnologie und gut schweizerische Beharrlichkeit im Umgang mit Geschäftspartnern bilden beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit in Nippon.
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