Osec-Analyse: Ausländische Unternehmen in Japan schauen mit Zuversicht in die Zukunft
Kurz nach der verheerenden Naturkatastrophe, die Japans Nordostküste am 11. März 2011 heimgesucht hatte, war die Stimmung unter den in Japan ansässigen ausländischen Unternehmen gedrückt. Fast die Hälfte rechnete mit gravierenden Umsatz- und Gewinnrückgängen. Nun, acht Monate nach der Dreifachkatastrophe zeigt sich ein wesentlich positiveres Bild, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie der Vereinigung ausländischer Handelskammern belegt.
58% der in Japan tätigen ausländischen Firmen verzeichneten in den vergangenen sechs Monaten wachsende Umsätze, 16% gar stark gestiegene Verkaufszahlen. Lediglich 23% der Unternehmen hatten Umsatzrückgänge zu beklagen. Die Gewinnsituation scheint ebenfalls nicht schlecht zu sein: nur 20% der befragten Firmen mussten einen Gewinnrückgang in Kauf nehmen.
Für die nächsten zwölf Monate rechnen die meisten Firmen mit einem anhaltenden Wirtschaftswachstum. 65% der befragen Unternehmen gehen von einer wesentlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen aus, 17% erwarten eine Verschlechterung. Im Hinblick auf ihren Geschäftsgang rechnen 70% der Unternehmen mit einem wachsenden Absatz, 19% gar mit einer starken Zunahme ihrer Verkäufe. 13% befürchten sinkende Umsätzen. Hinsichtlich der Gewinnsituation sehen die Erwartungen ähnlich aus. 67% prognostizieren ein Gewinnwachstum, 12% eine Abnahme der Profitabilität.
Entsprechend der mehrheitlich positiven Erwartungen gaben 68% der Firmen an, dass sie ihre Aktivitäten in Japan ausbauen wollen. Nur 3% planen einen Abbau oder gar einen Rückzug aus dem Markt. Gemäss der Studie leiden vor allem Dienstleister, die vorwiegend für die Expat Community in Tokio tätig sind (Personalvermittler, Umzugsfirmen).
Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage decken sich mit den Beobachtungen des Swiss Business Hubs in Japan. Bedingt durch die Euro-Schwäche suchen Schweizer KMU nach Märkten, wo der starke Schweizer Franken nicht zum vornherein ein Konkurrenznachteil ist. Die anhaltend hohen Margen und der starke Yen sind überzeugende Gründe für Schweizer Exporteure, das Land der aufgehenden Sonne vermehrt in ihre Auslandstrategie einzubeziehen. Ein Fünftel der hiesigen ausländischen Firmen verdankt der Yenstärke eine höhere Profitabiliät. 17% der befragten Unternehmen gaben an, dass die aktuelle Yenstärke keinen Einfluss auf ihre Preisbildung habe.
Kehrseite der Medaille: Die starke Währung belastet die hiesige Exportwirtschaft in zunehmendem Masse. Ähnlich wie in der Schweiz zwingt der starke Aussenwert der lokalen Währung Unternehmen dazu, noch innovativer zu werden und Kosten zu senken. Dies hat naturgemäss auch Auswirkungen auf ihre inländischen und ausländischen Zulieferer.
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