KMU zahlen weltweit immer weniger Steuern
Die Steuerbelastung für kleinere und mittlere Unternehmen sinkt langsam, aber stetig. In den vergangenen sechs Jahren sind die Steuern und Abgaben auf die Gewinne von KMU gemäss der aktuellen «Paying Taxes»-Studie weltweit um 8,5 Prozentpunkte auf 44,8% zurückgegangen.
Reduziert hat sich auch der administrative Aufwand, den KMU alljährlich leisten müssen, um ihrer Steuerpflicht gebührlich nachzukommen. Und zwar um 54 auf 277 Stunden. Zudem fiel die Anzahl der pro Jahr zu entrichtenden Steuer um deren 5 auf 28,5.
Allerdings handelt es sich dabei nur um Durchschnittswerte. In Tat und Wahrheit bestehen punkto Steuerbelastung für KMU von Land zu Land, von Region zu Region zum Teil beträchtliche Differenzen. Und reichen bei der Steuerrate von 0,2% (Timor-Leste) bis 339,7% (Demokratische Republik Kongo), beim zeitlichen Aufwand von 0 (Malediven) bis 2600 Stunden (Brasilien) und bei der Anzahl Steuern von 3 (Hong Kong) bis 135 (Ukraine).
Die Schweiz ist im internationalen Steuerwettbewerb nach wie vor gut positioniert, wird aber von der Konkurrenz inzwischen hart bedrängt. Im europaweiten Vergleich hat sie in den letzten vier Jahren zwei Plätze verloren und ist auf Rang 6 abgerutscht. Weltweit liegt die Schweiz auf Platz 16 der steuerlich attraktivsten Länder.
Spitzenreiter im Paying-Taxes-Ranking sind die Malediven, vor Katar und Hong Kong. Auf Platz 4 liegt mit Singapur ein weiterer Stadtstaat. Auf Platz 5 Irland als erster europäischer Vertreter im Reigen der besten Steuerstandorte der Welt. Komplettiert werden die Top Ten durch Mitgliedsländer des Golfkooperationsrats: Vereinigte Arabische Emirate (6.), Saudi-Arabien (7.), Oman (8.) und die beiden Inselstaaten Mauritius und Kiribati (ex aequo 9.).
In die Top Twenty haben es die folgenden Länder geschafft (11. bis 20.): Kanada, Kuwait, Bahrain, Luxemburg, Dänemark, Schweiz, Kasachstan, Grossbritannien, Norwegen und Mazedonien.
Am anderen Ende der 183 Länder umfassenden Rangliste befinden sich in aufsteigender Folge (Platz 183 bis 169): Venezuela, Republik Kongo, Ukraine, Tschad, Blivien, Gambia, Zentralafrikanische Republik, Guinea, Mauretanien, Senegal, Mali, Sri Lanka, Jamaika, Kamerun und Panama.
Die wichtigsten Schweizer Exportdestinationen belegen im Steuerranking der Weltbank die folgenden Plätze (in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Schweizer Exportindustrie): 86. Deutschland, 69. USA, 133. Italien, 55. Frankreich, 18. Grossbritannien, 121. China, 119. Japan, 78. Österreich, 3. Hong Kong, 40. Spanien, 34. Niederlande, 102. Russland, 147. Indien, 73. Belgien, 6. Vereinigte Arabische Emirate, 11. Kanada, 4. Singapur, 52. Australien, 44. Südkorea, 150. Brasilien.
Die Top Ten nach den einzelnen Bewertungskriterien:
Steuerrate (Steuern und Abgaben in Prozent zum Unternehmensgewinn): Timor-Leste (0,2), Vanuatu (8,4), Malediven (9,3), Mazedonien (9,7), Namibia (9,8), Katar (11,3%), Vereinigte Arabische Emirate (14,1), Sambia (14,5), Saudi-Arabien (14,5), Bahrain (15,0); (Schweiz: 43./30,1%)
Administrativer Aufwand in Stunden: Malediven (0), Vereinigte Arabische Emirate (12), Bahrain (36), Katar (36), Bahamas (58), Luxemburg (59), Oman (62), Schweiz (63), Seychellen (76), Irland (76)
Anzahl Steuern: Hong Kong (3), Katar (3), Malediven (3), Georgien (4), Norwegen (4), Schweden (4), Singapur (5), Bhutan (6), Timor-Leste (6); (Schweiz: 68./19).
Die Werte der wichtigsten Schweiz Exportdestinationen nach den einzelnen Kategorien (Steuerrate / Aufwand / Anzahl Steuern):
- Deutschland: 46,7% / 221h / 12
- USA: 46,7% / 187h / 11)
- Italien: 68,5% / 285h / 15
- Frankreich: 65,7% / 132h / 7
- Grossbritannien: 37,3% / 110h / 8
- China: 63,5% / 398h / 7
- Japan: 49,1% / 330h / 14
- Österreich: 53,1% / 170h / 14
- Hong Kong: 23,0% / 80h / 3
- Spanien: 38,7% / 187h / 8
- Niederlande: 40,5% / 127h / 9
- Russland: 46,9% / 290h / 9
- Indien: 61,8% / 254h / 33
- Belgien: 57,3% / 156h / 11
- Vereinigte Arabische Emirate: 14,1% / 12h / 14
- Kanada: 28,8% / 131h / 8
- Singapur: 27,1% / 84h / 5
- Australien: 47,7% / 109h / 11
- Südkorea: 29,7% / 225h / 12
- Brasilien: 67,1% / 2600h/ 9.
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