KMU-Stimmen zum starken Franken: 95% Wertschöpfung in der Schweiz als Wettbewerbsnachteil

Matthias Etter, Spielerfinder und Geschäftsführer cuboro AG

Die cuboro AG aus Hasliberg Reuti (BE) stellt seit 25 Jahren pädagogisch wertvolles Spielzeug aus 100% Schweizer Buchenholz her. Wegen dem starken Franken resultierte 2010 trotz Umsatzrekord ein Verlust.

Matthias Etter ist Unternehmer, Erfinder, Pädagoge, Designer und noch Vieles mehr. Das von ihm geschaffene Kugelbahn-System wird seit 1986  unter dem Namen „cuboro“ vermarktet.

Die cuboro AG  hat sich seit ihren Anfängen stetig weiterentwickelt. Heute  gehen rund 80% der Produkte in den Export. Die wichtigsten Märkte sind  derzeit Deutschland (mit rund 40% am Gesamtumsatz), Japan, die USA und die Schweiz.

Wegen des starken Frankens werden die Gewinne des Unternehmens seit zwei Jahren regelrecht aufgefressen. Da ein substanzieller Teil des Umsatzes über mindestens sechs Monate im Voraus gedruckte Kataloge erzielt wird, trifft der schnelle und tiefe Fall des EuroName der Einheitswährung der Europäischen Union (EU), die allerdings vorerst nur von 17 (momentan) der 27 Mitgliedstaaten genutzt wird. Grossbritannien, Dänemark und Schweden sowie Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Polen, Tschechien und Ungarn halten noch an ihren traditionellen nationalen Währungen fest.

Daneben wird der Euro in einer ganzen Reihe weiterer Länder, wie beispielsweise in nahen Nachbarländern und früheren Kolonien, entweder formal als gesetzliches Zahlungsmittel oder für praktische Zwecke verwendet. So beispielsweise Andorra, Montenegro, Kosovo, San Marino und der Vatikan.

Die Einheitswährung existiert seit dem 1. Januar 1999 als Buchgeld; die Wechselkurse der Währungen der beteiligten Staaten sind seit diesem Datum untereinander und zum Euro fixiert. Seit dem 1. Januar 2002 sind auch Euro-Noten und -Münzen in Umlauf.

Der Euro wurde im Rahmen der so genannten Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) realisiert. An dieser Währungsunion können nur EU-Staaten teilnehmen, die bestimmte Konvergenzkriterien (auch Maastricht-Kriterien genannt) erfüllen. Diese Kriterien enthalten Vorgaben über die Höhe des zulässigen Inflations- und Zinsniveaus, über die Staatsverschuldung sowie über die störungsfreie Teilnahme am Europäischen Währungssystem (EWS; System zur Stabilisierung der Wechselkurse der Währungen der EU-Staaten). Im Rahmen eines Mechanismus zur Koordinierung und Überwachung der nationalen Wirtschaftspolitiken wird die Einhaltung dieser Kriterien periodisch überprüft. Ziel ist es, in den an der WWU beteiligten EU-Staaten eine möglichst hohe Preisniveaustabilität zu gewährleisten. Diesem Ziel ist auch die Europäische Zentralbank verpflichtet, die seit der Einführung des Euro anstelle der nation
die cuboro AG besonders hart.

Matthias Etter räumt ein, dass es aus heutiger Sicht ein Fehler war, sich nicht gegen Währungsschwankungen abzusichern. Als kleiner Betrieb hätte man nicht immer Zugang zu entsprechenden Informationen. Seit er – vor kurzem erst – Mitglied der Osec geworden ist, fühlt er sich jetzt besser informiert und seine Anliegen gehört.

Auch die Preise geraten immer mehr unter Druck. War ein deutsches Konkurrenzprodukt vor zwei Jahren noch rund einen Drittel günstiger, so kostet es heute nur noch die Hälfte. Bei diesem Preisunterschied gehen dem Verkauf langsam aber sicher die Argumente aus.

Die Herstellung seiner Produkte ins günstigere Ausland zu verlagern, kommt für Matthias Etter, nicht in Frage. Aus Qualitäts-, Herstellungstechnischen- und Umweltgründen ist er auf den Partnerbetrieb in Gondiswil angewiesen. Bei Verpackung und Drucksachen ist er eher bereit, Kompromisse einzugehen. Aber nur schweren Herzens, denn auch hier wären langjährige Lieferantenbeziehungen durch entsprechende Schritte betroffen.

Von den Industrieverbänden fühlt sich Matthias Etter nicht repräsentiert, von der Politik im Stich gelassen.

Viele Akteure profitieren von der aktuellen Situation mit einem starken Franken. Es muss doch Möglichkeiten geben, bei den Gewinnern Mittel abzuschöpfen und sie für Unternehmen, die leiden, einzusetzen, oder eine Art  vorübergehende Exportsubvention einzurichten.

Jetzt konzentriert sich das Unternehmen zwangsläufig wieder stärker auf den Heimmarkt Schweiz. Parallel dazu werden auch neue Vertriebsmodelle wie z.B. die Lizenzfertigung eines Print-Produktes für den indischen Markt vorangetrieben.

cuboro AG
Branche: Spielzeug
Mitarbeiter: 6
Gründung: 1986

Öffentliche Bilder 
Spielen mit cuboro

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