Freihandelsabkommen Schweiz-Japan macht sich bezahlt
Das vor zwei Jahren in Kraft getretene bilaterale Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und Japan bietet zahlreiche Handelsvorteile, die von den Unternehmen der beiden Vertragsstaaten auch rege benutzt werden. Ausgeschöpft ist das Nutzungspotenzial allerdings noch nicht, wie eine auf der Basis einer Online-Befragung durchgeführte Evaluierung der Universität Zürich zeigt.
54,5% der befragten Unternehmen, die nach Japan exportieren, stützen sich dabei auf das FreihandelsabkommenFreihandelsabkommen erfassen im Regelfall den grenzüberschreitenden Warenverkehr zwischen den Vertragsparteien. Waren, die unter solche Abkommen fallen, kommen in den Genuss von Zollbegünstigungen bzw. Zollbefreiung. Sie müssen allerdings Ursprung in einem der Vertragsstaaten haben, um von dieser präferenziellen Behandlung zu profitieren.
Die Schweiz hat mit verschiedenen Staaten und Staatengruppen Freihandelsabkommen abgeschlossen.. 15,2% wollen die Vorteile des Freihandelsabkommens in Zukunft und bei Gelegenheit nutzen. 30,4% haben bisher auf die Nutzung des FHA verzichtet (weil es zu beschwerlich ist, vor allem mit Blick auf die Ursprungsregelung; die Exportprodukte nicht unter das FHA fallen; das FHA nicht bekannt ist resp. ob das mit dem Export ihrer Produkte betraute Logistik-Unternehmen die Vorzüge des FHA nutzt).
Für die meisten Unternehmen hat sich das Freihandelsabkommen bezahlt gemacht – umsatz- und/oder gewinnmässig. Von den Unternehmen besonders geschätzt werden dabei die gemäss den Vorgaben des FHA reduzierten oder zur Gänze abgeschafften Zolltarife, die gegenseitige Anerkennung von NormenAls Normen werden meistens Regeln der Technik bezeichnet. Normen gibt es aber auch in anderen Bereichen; im Rechnungswesen bspw. sind die International Accounting Standards (IAS) von Belang. Normen fördern die Rationalisierung, ermöglichen die Qualitätssicherung, dienen der Sicherheit am Arbeitsplatz und in der Freizeit, vereinheitlichen Prüfmethoden etwa im Umweltschutz und erleichtern generell die Verständigung in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit.
Normen fördern den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr. In der Europäischen Union (EU) und im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) erleichtert die Anwendung harmonisierter Normen den Nachweis der Konformität mit den grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen (CE-Kennzeichnung) für eine grosse Zahl von Industrieprodukten. Normen werden nicht vom Staat erlassen, sondern genau von jenen gemacht, die sie benötigen: Wirtschaft, Konsumenten, Verwaltung, Wissenschaft. Ihre Vertreter investieren Zeit und Know-how in die Schaffung von Normen - im eigenen Interesse wie auch im Interesse der Allgemeinheit.
Es gibt Schweizer Normen (SN), Europäische Normen (EN), Internationale Normen (ISO und IEC) und so genannte Werksnormen. Das schweizerische Normenwerk (weit über 10'000 Dokumente aus allen Branchen und Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft) wird von der Schweizerischen Normen-Vereinigung (SNV) betreut. und Zertifikaten und der optimierte Schutz des geistigen Eigentums.
Bemängelt werden vor allem die nach wie vor (zu) restriktiven Ursprungsregeln und die in gewissen Produktbereichen im Vergleich zu den resultierenden Gewinnen zu hohen Kosten zur Benutzung des Freihandelsabkommens (insbesondere bei Ersatzteilen für Maschinen). Zudem scheint sich die im FHA vorankerte gegenseitige Anerkennung von Standards und Normen in Japan noch nicht überall durchgesetzt zu haben.
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