Energiewende in Deutschland: Es gibt noch viel zu tun
Mit dem Beschluss zum Ausstieg aus der Kernkraft hat Deutschland im Juni 2011 ein neues energiepolitisches Zeitalter eingeläutet. Jetzt zieht Berlin eine erste Zwischenbilanz. Sie fällt positiv aus, macht aber auch deutlich macht, dass es bis zur Energiewende noch ein weiter Weg ist.
Die Weichen für den Umbau der Energieversorgung seien gestellt, schreibt Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler in der Einleitung zum ersten Monitoring-Bericht über die «Die Energiewende in Deutschland». Der Fahrplan ist ebenfalls bekannt. Ob und wie er eingehalten werden kann, interessiert natürlich nicht nur in Deutschland. Bis zur vollzogenen Wende im Jahr 2050 soll deshalb alljährlich im Rahmen eines rund 50 Seiten starken Monitoring-Berichts über den aktuellen Stand der Projekte und die noch anstehenden Massnahmen und Vorhaben zur Umsetzung des energiepolitischen Paradigmenwechsels vertieft berichtet werden.
Der Start in das neue Energie-Zeitalter darf durchaus als geglückt bezeichnet werden. Die wichtigsten Handlungsfelder sind eruiert, eine Vielzahl von Massnahmen auf den Weg gebracht, die Rahmenbedingungen für deren rasche Umsetzung weitgehend definiert und geschaffen und die ersten Projekte bereits in der Realisierungsphase. Doch braucht Deutschland einen langen Atem, um bis 2050 die angeschlagene Pace halten zu können. Umsichtige Ziel- und Prioritätensetzungen, wie im erwähnten Bericht detailliert, anschaulich und praxisnah dargestellt, sollen einem haushalterischen Umgang mit den zur Verfügung stehenden finanziellen und andwerweitigen Ressourcen Vorschub leisten.
Im Fokus stehen dabei:
- ein umfassender und kosteneffizient zu gestaltender Aus- und Umbau der Energieversorgung - von der Stromerzeugung über energetische Sanierungen bis zum Aufbau einer Infrastruktur für eine erhöhte Elektromobilität (die jährlichen Investitionskosten werden auf rund EUR 15 Mrd. geschätzt)
- gezielter Netzausbau/Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze (allein bis 2020 werden 4500 Kilometer Höchstspannungsleitungen benötigt)
- Sanierung bestehender und Bau neuer Gas- und Kohlekraftwerke (bis 2022 sind zusätzliche Kapazitäten in der Höhe von 17 Gigawatt erforderlich, vorab als Ergänzungsleistung zum Ausgleich der mitunter volatilen Stromproduktion aus erneuerbaren Energien)
- Lancierung des Energieforschungsprogramms (bis 20124 stehen jährlich EUR 3,5 Mrd. zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich neuer zukunftsweisender Energietechnologien zur Verfügung)
- Förderung der Energieeffizienz, vorab über Gebäudesanierungen (das Gebäudesanierungsprogramm ist 2012 auf EUR 1,5 Mrd. aufgestockt worden).
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