Deutschland: Vom Wirtschaftsmotor zum Wackelkandidaten?

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Die Eurokrise macht auch vor Deutschland nicht halt. Bis vor kurzem noch als Wachstumstreiber der Eurozone über den grünen Klee gelobt, drohen unserem wichtigsten Handelspartner nun wieder etwas magerere Zeiten. Die Schweizer Botschaft in Berlin nimmt in ihrem aktuellen Bericht zur deutschen Wirtschaftslage Perspektiven, Prognosen und die Problemfelder der nach wie vor innigen Beziehung zwischen der Schweiz und Deutschland genauer unter die Lupe.

Auch in Deutschland wurden die Wachstumsprognosen für 2012 beinahe allmonatlich nach unten korrigiert. Inzwischen sind die Auguren bei der Marke 0,9% angelangt. (Zum Vergleich: Für die Schweiz wird 2012 ein BIP-Wachstum von 0,5% erwartet.) Ob es noch weiter nach unten geht oder zu tief gestapelt wurde, hängt in erster Linie von der weiteren Entwicklung der Eurokrise ab. Noch halten sich die Exporte wacker (nicht zuletzt dank des tiefen Euro), und die Binnennachfrage bleibt in den deutschen Rechnungsmodellen nach wie vor ein wesentlicher Wachstumsfaktor.

Auch der Handelsverkehr mit der Schweiz hat bis dato nicht gelitten. Ganz im Gegenteil. Bis und mit Oktober 2011 haben die Schweizer Exporte nach Deutschland im Vergleich zur Vorjahresperiode um 6,2% auf CHF 33 Mrd. und die Importe aus Deutschland um 3,2% auf CHF 49 Mrd. zugenommen. Beide Werte liegen deutlich über dem durchschnittlichen Wachstum des Schweizer Aussenhandels im gleichen Zeitraum (Exporte: +2,4%, Importe: +0,9%).

Sollte die deutsche Wirtschaft jedoch im Zug der Eurokrise, kombiniert mit einer konjunkturellen Abkühlung in den Schwellenländern, weiter Federn lassen, wird das namentlich die Schweizer Exportindustrie nachteilig zu spüren bekommen und mit einem reduzierten Absatzwachstum ennet dem Rhein rechnen müssen.

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