Brasilien setzt auf den Binnenmarkt

Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf Brasilien zu werfen. Denn die breit gefächerte Branchenstruktur mit Platz für Nischen ist für Schweizer Exporteure interessant. Trotz des weltweiten Konjunkturabschwungs sind die wirtschaftlichen Perspektiven der siebtgrössten Volkswirtschaft der Welt insgesamt positiv, nicht zuletzt dank Bodenschätzen, stabilen Banken und einer fleissig konsumierenden Bevölkerung.
Brasilien ist der wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz in Lateinamerika. Der Stellenwert Brasiliens wurde auch mit der kürzlich abgeschlossenen und von Bundesrat Johann Schneider-Ammann angeführten Südamerika-Wirtschaftsmission unterstrichen (12. - 18. Oktober2011). In der Tat steht das Land, das sich «ordem e progresso», also die Werte Ordnung und Fortschritt auf die Landesfahne geschrieben hat, gut da, auch wenn die ins Stocken geratene Weltkonjunktur nicht ganz spurlos an ihm vorbeigezogen ist. So mussten die Wachstumsprognosen für das laufende Jahr von 4% auf 3,5% korrigiert werden (Wachstumsrate 2010: 7,5%). Doch Staatspräsidentin Dilma Rousseff relativiert: Sie sehe, dass sich kein Land völlig den Folgen der Krise entziehen könne, aber Brasilien sei besser geschützt als andere. Eine tragende Säule der Konjunktur sei die Kraft des Binnenmarkts.
Zahlreiche Opportunitäten
Neben dem bestehenden Markt für alle möglichen Produkte bieten die Infrastrukturmassnahmen im Zusammenhang mit den in Brasilien stattfindenden Fussballweltmeisterschaften 2014 ein breites Spektrum an Geschäftsmöglichkeiten. Dazu gehören der Neubau bzw. die Sanierung von Austragungsstätten, die Modernisierung des öffentlichen Verkehrs, der Ausbau des Flughafens etc. Mehr über die spezifisch mit Ihrem Unternehmen verbundenen Exportchancen erfahren Sie am 7., 9. und 11. November in den persönlichen Beratungsgesprächen (Deutsch, Englisch). Tatiana Campos, Business Development Officer beim Swiss Business Hub Brazil in São Paulo, wird als Länderexpertin zur Verfügung stehen.
Der Lohn der Stabilität
Nicht nur politisch und binnenwirtschaftlich zeigt sich Brasilien seit längerem robust. Auch das Bankensystem wird als äusserst stabil eingestuft. Das hat unter anderem damit zu tun, dass die brasilianische Bankenaufsicht und die Zentralbank nach der Bankenkrise der neunziger Jahre die Kontrollen und Regulierungen massiv verschärften. Kommt hinzu, dass Brasiliens Banken von der gegenwärtigen Finanzkrise kaum tangiert sind, weil sie in der Regel nicht mit riskanten ausländischen Zertifikaten belastet sind. Auch sonst versucht Brasilien Konjunkturabschwüngen entgegenzuwirken und im gleichen Zug die heimische Industrie zu schützen. Neuestes Beispiel dafür ist die Erhöhung der Importsteuer für Autos um 30%. Damit soll der schon länger festzustellenden, schleichenden Deindustrialisierung entgegengewirkt werden.
Weitere interessante Artikel
Direkter Zugang zu Expertenwissen
export! jetzt kostenlos abonnieren
Jetzt Osec-Mitglied werden!
Osec Mitgliedschaft: gemeinsam erfolgreich - weltweit.





Anmelden